Der Passivhaus Standard ist der niedrigste der derzeit üblichen Niedrigenergiehäuser: Die Werte beim Passivhaus liegen bei einem Primärenergiebedarf von nur 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Der Energiebedarf beim Passivhaus liegt damit bei rund 80 % weniger Primärenergie als die neueste Energieeinsparverordnung vorschreibt.
Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Altbau hat einen Primärenergiebedarf von 160 kWh/m²a und mehr.
In die Berechnung der Energiebilanz beim Passivhaus fließen alle Wärmequellen im Haus mit ein: von der Glühbirne bis zu den einzelnen Bewohnern. Ein Passivhaus ist so gut Wärme gedämmt und so luftdicht, dass all die produzierte Wärme im Gebäude bleibt. Die Frischluftzufuhr übernimmt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Damit ist eine Heizung ist so gut wie nicht mehr nötig; die Passivhaus Lüftungsanlage führt behaglich warme Luft in den Wohnraum. Trotzdem können im Sommer die Fenster jederzeit geöffnet werden, ohne dass die Energiebilanz steigt!
Die im Haushalt benötigte zusätzliche Energie bringt ein Passivhaus fast autark auf, etwa mittels Solarthermi zur Warmwasserbereitung. Ergänzend für richtig kalte Tage wird mitunter eine Holzpelletheizung installiert, weil diese sich auch bei extrem geringem Heizbedarf noch gut regeln lassen. Durch die Ausrichtung des Hauses und der Anordnung der Räume nach der Sonne werden solare Gewinne so gut wie möglich genutzt.
Mit der Einführung des Energiepasses Mitte 2008 werden Passivhaus Informationen immer gefragter. In den letzten Jahren wurden mehr als 6000 Wohnungen, Büros und öffentliche Gebäude in Deutschland als Passivhäuser gebaut. Passivhaus bauen könnte eines Tages genauso üblich sein wie etwa doppelt verglaste Fenster einzusetzen. Wenn Sie ein Passivhaus bauen, erhalten Sie Förderung.